Der Begriff Shopify-Experte ist nicht geschützt. Wer ein Theme installiert und Farben ändert, darf sich so nennen. Wer eine Checkout-UI-Extension baut und einen Shop mit hundert Bestellungen pro Tag stabil hält, ebenfalls. Zwischen diesen beiden liegen mehrere Tausend Euro und ein paar Monate Ihrer Zeit.
Auf freelancermap.de standen Ende Juli 2026 in DACH 1.159 Profile mit dem Schlagwort Shopify, davon 1.018 mit Wohnsitz in Deutschland. Die Plattform gibt den durchschnittlichen Stundensatz im Bereich Shopify mit 80 Euro an, die Bandbreite der gelisteten Profile reicht von 35 bis 120 Euro. Diese Spanne sagt Ihnen wenig über Qualität, aber viel darüber, wie voll der Markt ist: Sie müssen selbst filtern können.
Dieser Text ist deshalb keine Anbieterliste und keine Preistabelle. Er beschreibt, wie Sie in einem Gespräch von 30 Minuten herausfinden, ob die Person vor Ihnen die Plattform beherrscht oder nur ihre Oberfläche. Wer stattdessen ein Team mit Projektleitung sucht, findet die Kriterien dafür in unserem Beitrag zur Shopify-Agentur.
Der schnellste Test: kennt die Person die Fristen?
Shopify ändert seine technische Grundlage laufend, und die Termine dafür stehen öffentlich in der Dokumentation. Wer täglich mit der Plattform arbeitet, kennt sie. Wer sie nicht kennt, hat seit Jahren keinen Shop mehr angefasst, der etwas Komplexeres tut als Produkte anzeigen.
Drei Daten, die im Sommer 2026 relevant sind, alle aus Shopifys eigener Dokumentation:
- checkout.liquid wird für die Schritte Information, Versand und Zahlung nicht mehr unterstützt. Für die Seiten Danke und Bestellstatus wurde es zusammen mit additional scripts und script tags zum 28. August 2025 abgeschaltet.
- Seit dem 28. August 2025 ist der Bereich additional scripts in den Checkout-Einstellungen nur noch lesbar. Sie können dort nichts mehr manuell ändern.
- Shopify Scripts, die Ruby-Skripte für Rabatt- und Versandlogik, liefen laut Dokumentation noch bis zum 30. Juni 2026 parallel zu den Extensions in Checkout. Dieser Termin liegt jetzt hinter uns.
Und die Frist, die gerade jetzt zählt: Für Shops ohne Plus-Abo nennt das Shopify Help Center den 26. August 2026 als Stichtag, bis zu dem die bestehenden Seiten Danke und Bestellstatus auf die neue Version umgestellt sein müssen. Wer nicht selbst umstellt, wird danach automatisch umgestellt. Alte Tracking-Pixel, eigene Skripte und Post-Purchase-Angebote, die auf den alten Seiten liefen, hören dann auf zu funktionieren.
Fragen Sie also einfach: Was passiert Ende August mit meinen Danke- und Bestellstatus-Seiten? Eine gute Antwort nennt das Datum, fragt zurück, ob Sie Plus haben, und will den Upgrade-Report in Ihrem Admin sehen. Eine schwache Antwort lautet, das sei kein Problem, man kümmere sich darum, wenn es soweit ist.
Was Badges bedeuten und was nicht
Shopify verifiziert Kenntnisse über die Shopify Academy. Wer eine Verified-Skills-Prüfung besteht, erhält ein Badge, ausgestellt über Credly. Drei Details daran werden fast immer falsch dargestellt, und alle drei stehen im Shopify Help Center:
- Das Badge gehört der Person, nicht der Firma. Damit es für die Partner-Organisation zählt, muss die bei der Academy verwendete E-Mail-Adresse mit dieser Organisation verknüpft sein.
- Badges sind zwei Jahre gültig. Wer die Prüfung nicht erneut besteht, verliert das Badge im Credly-Konto wieder.
- Kostenlose Kurse der Academy vergeben weder Badges noch Teilnahmebescheinigungen. Ein Badge entsteht nur durch eine bestandene Prüfung.
Praktische Folge für Sie: Eine Agentur kann völlig korrekt mit Badges werben, obwohl die Person, die Ihr Projekt macht, keines hat. Fragen Sie deshalb nach dem Namen im Badge und nach dem Jahr der Prüfung, nicht nach dem Logo auf der Website. Und bewerten Sie ein abgelaufenes Badge nicht als Betrug, sondern als das, was es ist: ein Hinweis darauf, wann diese Person zuletzt formal geprüft wurde.
Die Tabelle, mit der Sie ein Gespräch führen können
Nehmen Sie diese vier Zeilen mit in das erste Telefonat. Sie brauchen dafür keine technischen Vorkenntnisse, nur die Bereitschaft, bei einer ausweichenden Antwort nachzufragen.
| Aussage im Profil | Was Sie konkret fragen | Woran Sie eine schwache Antwort erkennen |
|---|---|---|
| Ich entwickle Shopify-Themes | Arbeiten Sie mit Shopify CLI und der GitHub-Anbindung, oder direkt im Code-Editor im Admin? | Nur der Admin-Editor. Dann existiert kein Versionsstand, auf den Sie zurückrollen können, wenn ein Freitagabend-Deploy den Shop bricht. |
| Ich baue Apps ein | Nutzen Sie Theme App Extensions, oder fügen Sie App-Code in theme.liquid ein? | Code in theme.liquid. Der bleibt beim App-Wechsel und beim Theme-Update liegen und ist genau der Grund, warum alte Shops langsam werden. |
| Ich mache den Checkout individuell | Womit? Checkout-UI-Extensions, Shopify Functions, Branding-API oder Web Pixels? | Der Begriff additional scripts fällt. Der Bereich ist seit August 2025 nur noch lesbar. |
| Ich kenne Headless | Wann würden Sie mir davon abraten? | Nie. Wer Headless immer empfiehlt, verkauft Aufwand, nicht Umsatz. |
Freelancer, Agentur oder eigene Stelle
Die Wahl hängt weniger am Budget als daran, wer bei Ihnen entscheidet und wer im Notfall erreichbar ist.
Ein Freelancer passt, wenn
der Auftrag klar umrissen ist, Sie intern jemanden haben, der Anforderungen formulieren und abnehmen kann, und ein Ausfall von zwei Wochen Ihren Umsatz nicht bedroht. Sie kaufen Fachwissen, keine Organisation. Klären Sie vorher schriftlich, wer die Zugänge hält und wo der Code liegt.
Eine Agentur passt, wenn
mehrere Gewerke zusammenkommen, also Entwicklung, Design, Tracking und Betrieb, oder wenn Sie eine Vertretung brauchen. Sie zahlen für Projektleitung und Verfügbarkeit mit. Der ehrliche Nachteil: Sie sprechen selten mit der Person, die tatsächlich schreibt. Bestehen Sie darauf, sie im Kickoff kennenzulernen.
Eine eigene Stelle passt, wenn
der Shop Ihr Hauptvertriebskanal ist und Sie mehrere Anpassungen pro Woche haben. Ab diesem Punkt ist externe Kapazität teurer als eine Festanstellung, und wichtiger: Das Wissen über Ihre Sonderfälle bleibt im Haus. Bis dahin ist die Mischung üblich, ein Mitarbeiter im Betrieb plus externe Kapazität für Entwicklung.
Wie Sie ein Portfolio lesen, ohne Entwickler zu sein
Ein Portfolio zeigt fertige Shops. Es zeigt nicht, wer daran gearbeitet hat, wie lange es gedauert hat oder ob der Shop heute noch läuft. Drei Prüfungen, die Sie in zehn Minuten selbst machen können:
- Rufen Sie zwei genannte Shops auf und legen Sie etwas in den Warenkorb. Sie sehen sofort, ob Versandoptionen, Steuern und Zahlungsarten für Deutschland saubere Ergebnisse liefern.
- Suchen Sie den Shop bei Google. Wenn die Produktseiten nicht indexiert sind oder die Titel alle identisch aussehen, hat sich niemand um Struktur gekümmert.
- Fragen Sie nach einem Projekt, das schiefgegangen ist, und was daraus geändert wurde. Wer nach acht Jahren Plattformarbeit kein solches Projekt hat, erzählt Ihnen nicht alles.
Fragen Sie außerdem, welche Teile Ihres Shops die Person bewusst nicht anfasst. Ein erfahrener Entwickler hat eine Liste: Zahlungsanbieter-Logik, Buchhaltungsschnittstellen, alles, wo eine falsche Annahme Geld kostet. Wer alles kann, hat noch nicht genug kaputt gemacht.
Der Vertrag: drei Punkte, die später Geld sparen
Unabhängig davon, für wen Sie sich entscheiden, gehören diese drei Punkte schriftlich in die Vereinbarung, bevor die erste Rechnung kommt.
- Zugänge: Der Shopify-Store gehört Ihrem Konto, nicht dem des Dienstleisters. Externe arbeiten über einen Mitarbeiter- oder Collaborator-Zugang, den Sie jederzeit entziehen können.
- Code: Wenn eigener Code entsteht, liegt er in einem Repository, auf das Sie Zugriff haben. Ohne das ist ein Anbieterwechsel ein Neuaufbau.
- Übergabe: Eine kurze Dokumentation, welche Apps warum installiert sind und welche Anpassungen wo liegen. Zwei Seiten genügen und ersparen dem Nachfolger Tage.
Die teuerste Variante ist nicht der teure Entwickler. Es ist der billige, dessen Arbeit ein zweiter Entwickler später erst verstehen und dann entfernen muss.
Wie wir arbeiten
Wir bauen und betreuen Shopify-Stores für Händler in Deutschland, von Köln bis Leipzig, und übernehmen regelmäßig Shops, die vorher jemand anders angefasst hat. Vor jedem Angebot schauen wir in den Store: installierte Apps, Code im Theme, Zustand der Checkout-Konfiguration und der offene Upgrade-Report. Das dauert etwa eine Stunde und beantwortet meistens schon, ob Sie überhaupt einen Neubau brauchen. Mehr dazu unter E-Commerce und Shopify.
Unsicher, ob Ihr Shop bis zum 26. August 2026 umgestellt ist? Wir schauen kostenlos in Ihren Store und sagen Ihnen in einem Dokument, was ansteht und was es kostet. Ohne Verkaufsgespräch.
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